Er glaubte an die Revolution.

Sie glaubte an die Liebe.

Morgen sind wir frei

Regie: Hossein Pourseifi – Drama, 97 min, Farbe, Deutschland, 2019

Sommer 1979: Die »Islamische Revolution« fegt über den Iran. Nach dem Sturz des Schahs und der Gründung der »Islamischen Republik« verlässt Beate mit ihrer Tochter Sarah die DDR und folgt ihrem Mann Omid, der nach 16 Jahren Exil wieder heimkehren kann. Nach der anfänglichen Aufbruchsstimmung wird das Leben für Beate und ihre Tochter Sarah jedoch zu einem Kampf. Beates Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben werden von dem gewaltsamen Wandel im Land überschattet. Die politische Situation ändert sich radikal, das Leben der Menschen, insbesondere das der Frauen und Mädchen, wird stark eingeschränkt. Universitäten werden geschlossen, Beate kann dort nicht mehr arbeiten. Hunderte Zeitungen werden verboten. Omid ist gezwungen unterzutauchen, um sich vor dem Übergriff der Revolutionswächter zu schützen. Erfasst von Willkür, Gewalt und religiösen Doktrinen gerät das Land immer weiter in eine unbarmherzige Diktatur. Instinktiv erkennt Beate die Gefahren dieser Entwicklung für sich und ihre Familie, während Omid weiter an die Überwindbarkeit der Probleme glaubt. Beide aber lieben ihre Tochter zu sehr, als dass sie akzeptieren können, dass Sarah unter dem extrem-religiösen Joch der Mullahs erzogen wird. Schließlich werden die politischen Verhältnisse unerträglich und Beate will 1981 mit Sarah nach Berlin zurückkehren. Doch Sarahs Ausreisegenehmigung wird zur Zerreißprobe.

»Die Revolution frisst ihre Kinder« heißt es in Anlehnung an die französische Revolution. MORGEN SIND WIR FREI ist die dramatische Geschichte einer Frau, die die historische Wahrhaftigkeit dieses Zitats auf schmerzlichste Art und Weise erfährt. Hossein Pourseifi erzählt eine dieser Geschichten, die unfassbar sind und doch genauso gelebt wurden und verwebt sie mit seiner eigenen Familiengeschichte.

Pressestimmen

»Der Film erzählt – und das ist etwas, was mich besonders berührt hat – von der Frage: Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen, wenn ich an eine große Idee glaube, die über mich hinaus reicht? Wo ich in einen Kampf ziehe  für mein Volk, für mein Land, für etwas, woran andere und ich gemeinsam glauben. Welchen Gefahren setze ich mich aus und wie sehr ziehe ich diejenigen, die mir am nächsten stehen, mit hinein? Ich finde, das ist eine unlösbare Frage. Aber ich finde sie ganz wichtig und ich finde sie in einer Zeit, wo große politische Ideen immer weniger sichtbar werden, ganz besonders wichtig. Deswegen hat mich dieser Film berührt, vor allem weil er diese großen psychologischen Fragen, diese großen philosophischen und politischen Fragen auf eine undramatische Art und Weise sehr fein, sehr leise stellt, dass er mich ganz besonders getroffen hat.«

MFG-Juror 2020 Christian Schwochow

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Zur Umsetzung

Getragen vom Spiel seiner Hauptdarsteller*innen zeigt das auf wahren Begebenheiten beruhende Langfilm-Debüt den Prozess, wie es 1979 nach der Entmachtung des Schahs zur Machtergreifung der Mullahs kam. Dabei konzentriert sich die Erzählperspektive auf die Frauenfiguren und deren Freiheitsverluste durch die „Islamische Revolution“. Stimmig eingebundenes Archivmaterial, TV-Ausschnitte sowie Amateuraufnahmen aus der Zeit ergänzen die Spielszenen und führen zu einer quasidokumentarischen Anmutung. Die nah bei den Figuren bleibende Kamera, Setting, Ausstattung und Bildkomposition erzeugen eine sehr authentisch wirkende Atmosphäre. Die zurückhaltende Visualisierung ermöglicht es den Zuschauer*innen, den Prozess der Veränderung und die damit einhergehenden Erschütterungen im Öffentlichen wie im Privaten weitgehend fern von Klischees und überzogener Dramatik wahrzunehmen.

Der pädagogische Mehrwert

Der Film bietet Heranwachsenden 40 Jahre nach den Ereignissen um die Machtergreifung der Mullahs Möglichkeiten einer Vergegenwärtigung von Vergangenheit, die das Leben im Iran und anderen radikal-islamischen Ländern bis heute nachhaltig prägt. Themen wie Scharia, Geschlechterseparation, patriarchale Macht, Frauendiskriminierung und ideologisch-religiöse Bevormundung dürften älteren Schüler*innen aus aktuellen Medien und Diskussionen nicht ganz unvertraut sein. Durch die filmisch gelungene Verzahnung von Dokumentarischem und Inszeniertem erschließt sich der Erzählrahmen, wie ein zunehmend totalitärer agierendes System in die Lebenswelt eindringt und die Zukunftshoffnungen einer multikulturellen Familie allmählich zunichte macht. Das besondere Familiennarrativ, die stringente Inszenierung einer durch die gesellschaftspolitischen Verhältnisse sich entfremdenden deutsch-iranische Familie, die Zeichnung der starken Frauenrollen und nicht zuletzt die Darstellung des Konflikts um die Erziehung des Kindes eröffnen vielfältige Annäherungsmöglichkeiten an das Sujet.

Nach wahren Begebenheiten

»Mein Mann liebte auch die iranische Musik, die mir anfangs sehr fremd war mit ihren ganz anderen Tonintervallen und Rhythmen und der ganz anderen Gesangstechnik. Unsere Geschichte endete tragisch. Die politischen Verhältnisse wurden unerträglich und ich ging 1982 mit den Kindern nach Berlin zurück, wo ich nach meiner Bibliothekarsausbildung Psychologie studiert hatte. Mein Mann wurde wenige Monate später wegen seiner politischen Tätigkeit verhaftet. Meine Kinder und ich blieben durch ganz spärliche zensierte kleine Briefe in Kontakt mit ihm. 1988 kam die inoffizielle Nachricht von seiner Hinrichtung. Informationen über seinen Prozess und sein Urteil, über seinen Todestag und sein Grab haben wir durch die iranischen Behörden nie erhalten. Das ist jetzt 20 Jahre her. Deshalb denken wir gerade jetzt an ihn, an sein Engagement für sein Land, an sein Leiden im iranischen Gefängnis und auch an die wunderbare Liebesgeschichte, die 1965 mit dem Leipziger Gewandhauskonzert begann.«

Sind Sie neugierig geworden?
Die besonderen Umstände dieser Geschichte können Sie hier nachlesen.
Die dazugehörige Bildershow finden Sie hier.

Stab

Regie & Autor Hossein Pourseifi
Produzenten Mohammad Farokhmanesh, Armin Hofmann, Frank Geiger & Ali Samadi Ahadi
VFX-Studio Red Parrot Studios GmbH
Kamera Patrick Orth
Ton Olav Gross
Originalsprache Deutsch
Länge 97 min
Sender WDR/arte
Produktionsfirma Little Dream Entertainment GmbH
Verleih Little Dream Pictures GmbH
Kinostart 14.11.2019
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© Little Dream.

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